Aus dem Gemeindebrief Juni/Juli/August 2017

Liebe Leserinnen und Leser,

im Alten Testament gibt es eine merkwürdige Geschichte (Genesis 32,23-33): Da ringt Jakob, der Erzvater Israels, mit Gott. Er steht an einer Grenze, vor einem Schritt in ein neues Leben, vor einer Entscheidung: Wage ich die Versöhnung mit meinem Bruder? Den hatte er vor Jahren um sein Erbe betrogen. Und in Todesangst musste er vor ihm fliehen. Nun kommt der Tag der Entscheidung: Traue ich mich? Und traue ich ihm?

Ausgerechnet als sein Entschluss feststeht, tritt ihm in der Nacht ein mysteriöser Gegner in den Weg. Und das Merkwürdige: Jakob begreift, es ist Gott selbst. Will er mich aufhalten? Will er mir Böses? Will er mir meine Schuld heimzahlen?

Manchmal werden auch unsere Pläne durchkreuzt: ein Schicksalsschlag, Krankheit, ein beruflicher Misserfolg machen uns einen Strich durch die Rechnung. Das sind die Momente, wo viele zu fragen beginnen: Warum lässt Gott das zu? Will er mir Böses? Gott erscheint wie ein Gegner, ein Feind, der meinem Leben im Weg steht.

Was machen wir mit solchen Erfahrungen? Schütteln wir die schlaflosen Nächte einfach ab: Weiter so? Verdrängen wir die ernsten Gedanken und versuchen wieder die Sonnenseite des Lebens in den Blick zu bekommen? Lassen wir Gott, der uns unheimlich geworden ist, hinter uns? Oder nehmen wir die Herausforderung an – den Kampf mit dem fremd gewordenen Gott.

Jakob ringt mit Gott bis zum Morgengrauen. So lange, bis er sich wieder sicher sein kann: Gott ist mir gut. „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich“, sagt er Gott ins Gesicht. Und Gott lässt sich bezwingen: „Und er segnete ihn dort.“ Nun ist Jakob wirklich bereit, die Grenze zu überschreiten, sich seinem Bruder und der Vergangenheit zu stellen. Als die Sonne aufgeht, hat er das dunkle Gottesbild hinter sich gelassen. Als sein Bruder ihm dann tatsächlich freundlich begegnet, sieht er in dessen Gesicht das Spiegelbild Gottes, der nun nicht mehr Feind, sondern Freund geworden ist (33,10).

Das Ringen mit Gott lohnt sich. Martin Luther, von dem wir in diesem Jahr viel hören und lesen, war auch so ein Jakob, ein Gotteskämpfer: Er hat jahrelang gerungen mit seinem mittelalterlichen Bild von einem strengen Richtergott, vor dem er vor Angst zitterte. Bis er ihn endlich fand: den gnädigen Gott des Evangeliums. Wie gut, dass Luther dran geblieben ist, dass er den Kampf mit seinen Zweifeln und Fragen aufgenommen hat!

Unsere Fragen und Zweifel sind für Gott kein Problem. Im Gegenteil: er wartet auf Menschen, die ihn beim Wort nehmen, dass er seinen Menschen Gutes will, die darum ringen, dass er sich als ein segnender Gott erweist. Was dem Glauben wirklich im Weg steht, sind nicht unsere inneren Kämpfe, sondern unsere Gleichgültigkeit, wenn Menschen einfach zur Tagesordnung übergehen, die ernsten Fragen des Lebens verdrängen.

Daher mein Wunsch für Sie: Lassen Sie sich aus der Ruhe bringen. Nehmen Sie die Fragen, die das Leben aufwirft, ernst. Hören Sie auf die Warnsignale, die den Alltagstrott durchbrechen. Vielleicht ist es Gott, der sich Ihnen in den Weg stellt, damit Sie sein wahres Gesicht erkennen und Ihren Weg gesegnet weitergehen können.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pastor Jörn Kiefer.

Lust zum Pilgern? Jetzt geht es los!

Liebe Pilgerinteressierte, wie im letzten Gemeindebrief bereits angekündigt, wollen wir uns nun tatsächlich gemeinsam auf den Weg machen.

Wer Lust an einer gemeinsamen Pilgertour hat, ist am 1.07. herzlich eingeladen. Wir treffen uns um 8.15 Uhr in Bergen am Bahnhof (Abfahrt 8.30 Uhr).

Es ist geplant die Strecke Lietzow - Ralswiek – Jarnitz nach Bergen gemeinsam zu Fuß zurück zu legen.

Für das leibliche Wohl sorgt natürlich jeder selbst – und auch die Fahrkarte (2.80€) nach Lietzow sollte schon vorher jeder besorgt haben ...

Selbst wenn die Sonne uns verwöhnen will oder aber es regnet - bitte festes Schuhwerk anziehen!

Der Weg lädt uns dann ein, die Dinge zu tun, die uns wichtig erscheinen - singen - lesen – schweigen – innehalten ...

In Bergen angekommen, wollen wir den Tag gemeinsam mit einer kleinen Andacht in unserer Kirche abschließen. Alle sind dazu herzlich einge-laden bevor wir wieder heimgehen. Mit Fragen wenden Sie sich an mich. Sie können sich im Gemeindebüro oder bei mir anmelden und natürlich - bei besonders schönem Wetter - auch am 1.7. noch spontan dazu stossen.

Es freut sich

Norbert Rösler

Beziehung genießen

Es ist ein Geschenk, in Partnerschaft zu leben. Daher wird es dieses Jahr in der Gemeinde Gelegenheit geben, Beziehung zu pflegen und zu genießen.

Dazu konnten wir Susanne und Johann Scharf gewinnen, die als ausgebildete Paarberater und Seelsorger extra nach MV gekommen sind.

Wir möchten eine Möglichkeit in angenehmer Atmosphäre bieten, in der sich Paare begegnen können, um ihre Beziehung zu vertiefen“, sagt Johann Scharf. Am 16. Juli werden die beiden zu uns in den Gottesdienst kommen, um sich einmal vorzustellen. An diesem Sonntag (16.Juli /20 Uhr) findet ein gemütlicher Abend für Paare mit den Scharfs statt. Wir laden alle herzlich dazu ein. Rückfragen beantworte ich Ihnen gern.

Almut Bach

Musical-Projekt für Kinder

Die Geschichte von Bileam und seiner gottesfürchtigen Eselin“

Damit es ein schönes Projekt wird, sollen ganz viele Kinder mitmachen dürfen. Neben singenden Kindern können auch spielende Kinder für das zahlreiche Volk Israel mitmachen, auch Erwachsene dürfen dabei sein, die können dann auch gern mithelfen beim Umziehen der singenden Kinder zwischendurch, da es einige Doppelrollen geben wird.

Wir proben wie gewohnt in unserem Probenraum in der Billrothstraße 1 in 18528 Bergen auf Rügen. Die Proben finden Donnerstag immer 15:45 Uhr statt,

Ausnahme: Himmelfahrt, da ist natürlich keine Probe, sondern Kirchentag in Berlin, sehen wir uns da?

Generalprobe: Samstag, 08. Juli, 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr (direkt nach den Powerkids)

Aufführung: Sonntag, 09. Juli 14:30 Uhr in St. Marien (Gemeindefest in Bergen)

Es ist ein überschaubares Projekt. Bitte ermöglichen Sie Ihren Kindern die Gelegenheit, etwas Besonderes zu tun und unterstützen Sie dieses Projekt: Schicken Sie Ihre Kinder zu den regelmäßigen Proben, damit es eine schöne Aufführung werden kann, danke.

Wenn Sie zum Gelingen auch in anderer Form beitragen möchten, haben Sie die Möglichkeit, bei der szenischen Umsetzung mitzumachen, ebenso auch bei den Kostümen und Kulissen. Wir brauchen unter den Eltern ein Aufbauteam, welches mit viel Freude die Kinder vor und während der Aufführung unterstützt. Weitere Ideen sind herzlich willkommen.

Ihr/Euer Kantor an St. Marien – Frank Thomas

Wenn Du Frieden willst

bereite den Frieden vor

und fange bei mir an.

Unter diesem Thema stand die Frühjahrssynode unseres Kirchenkreises in Züssow. Nach einem Input von Theologieprofessor Christfried Böttich (Universität Greifswald) wurden die drei Aspekte des Themas intensiv in Kleingruppen diskutiert. Vertieft und konkretisiert wurde das Thema in drei Workshops: „Die Scharfmacher Nationalismus und Populismus“, „Frieden lernen für ein Leben ohne Gewalt“ und „Frieden durch gerechtes Wirtschaften“.

Zu Beginn der Synode erfolgte eine Grußwort der Justizministerin von MV Katy Hoffmeister. Sie hob die Bedeutung einer lebendigen Kirche für unsere Gesellschaft hervor.

Beschlossen wurde, die Schulstiftung der ev. Kirche in Norddeutschland mit 300000 Euro zu unterstützen. Die Mittel werden für dringend notwendige Investitionen in ev. Schulen in MV benötigt. Der Wert der Schulen für unsere Kinder und für unsere Region wurde von den Vorstandsmitgliedern der Stiftung ausgeführt.

Ein weiterer Themenschwerpunkt war die Aufarbeitung der Geschichte der Pommerschen Kirche zur DDR-Zeit. Nach einer intensiven differenzierten Diskussion mit bewegenden Beiträgen wurde beschlossen, die Aufarbeitung fortzusetzen und finanzielle Mittel hierfür zur Verfügung zu stellen.

Die Synode endete mit einem schönen gemeinsamen Gottesdienst. Pfarrer Metz aus Groß-Zicker stellte sich in seiner Predigt dem scheinbaren Widerspruch der Aufforderung Jesu „Habt Salz bei Euch und habt Frieden untereinander“. Mit Gottes Segen und einem kräftigen wunderbar klingenden dreistimmigen „Dona nobis pacem“ wurden wir verabschiedet.

Jens Nielinger

Wöchentlicher Luxus

In unserer Gemeinde haben Kinder und die dazugehörigen Eltern den Luxus, dass es jeden Sonntag während des Gottesdienstes einen Kindergottesdienst gibt!

Seit unsere Kinder etwa ein Jahr alt sind, gehen sie wirklich gerne hin. Manchmal begleiten wir unsere Kinder und können so den Kindergottesdienst miterleben.

Abwechselnd bereiten die Frauen aus dem Team ein Thema vor, meist aus einer Themenreihe biblischer Geschichten. Dazu werden Bewegungsspiele, Rätsel und/oder Basteleien durchgeführt, oft wird gesungen und gebetet. Die Geschichten werden kindgerecht erzählt, aber jeder tut das auf seine Art und Weise und die Kinder lieben die Vielfalt. Gerade die letzten Male ist mir wieder aufgefallen, wie aufmerksam die Kinder sind und sich auch gut an die Geschichten der vergangenen Sonntage erinnern.

Auch ich höre aufmerksam zu und genieße „meinen“ Gottesdienst. Ein dickes Dankeschön an alle, die sonntags, zu Kinderkirchentagen, Ostern, auf Gemeindefreizeiten … etwas für Kinder vorbereiten und durchführen!

Almut Bach

Was hilft gegen die Angst?

Angst hat wohl schon jeder von uns gehabt, egal, ob man 3 Jahre, 56 oder 75 Jahre alt ist.

Was die Dinge sind, vor denen wir uns fürchten und was man eventuell gegen die Angst tun könnte, damit haben sich die Kinder am Kinderkirchentag im Mai beschäftigt.

Fürchten kann man sich vor Hunden, vor Spinnen oder vor einem schlechten Zeugnis. Dass Freunde einen auslachen oder Erwachsene schimpfen, kann Kindern ebenfalls manchmal Angst machen. Die Furcht vor Dunkelheit oder vor einem Gewitter kennen ebenfalls viele. Auch die Angst vor einem Krieg kennen manche Kinder inzwischen.

Gegen manche Ängste kann man leicht etwas tun, bei anderen ist es schwerer. Es war ergreifend zu sehen, welche Ideen die Kinder entwickeln, um ihrer Ängste Herr zu werden.

Lieb sein“ war eine Idee, um das Schimpfen der Erwachsenen zu umgehen. Oder das Schimpfen der Erwachsenen „durchstehen“ war ein anderes Konzept. Sich Freunde zu holen und nicht allein zu sein, hilft in jedem Fall. Mit anderen zu reden und sich anzuvertrauen, ist ebenfalls hilfreich.

Gegen manche Ängste kann man nicht viel tun. Sie sind einfach da. So wie aber auch Gott da ist und unsere Ängste kennt.

Dass Jesus mit uns in einem Boot sitzt, haben die Kinder bei einer Bildbetrachtung von der Sturmstillung entdecken dürfen. Und daran werden sie sich vielleicht in der einen oder anderen bedrohlichen Situation erinnern.

Es war ein fröhlicher Vormittag für Kinder und Erwachsene. Vielen Dank an alle Helfer, die den Tag mit gestaltet haben.

Der nächste Kinderkirchentag wird im Herbst stattfinden.

Paula Kiefer

Weltgebetstag

Eigentlich hatte ich gedacht, ein Weltgebetstagsthema von den Philippinen ist ein einfaches Heimspiel. Kommt doch meine Frau aus diesem Land. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Es gibt viel in der Vorbereitung zu bedenken. Zum Glück gibt es in unserer Gemeinde ja so ein kleines “Weltgebetstags-Komitee” unter der Leitung von Paula Kiefer, welches sich mit der Liturgie und den organisatorischen Dingen befasst.

Zwei Vorbereitungstreffen waren notwendig, um alle Dinge abzusprechen.

Am 3. März sollte mein Teil der Bildvortrag sein. Wir einigten uns im Vorfeld darauf, den Vortrag der Liturgie voranzustellen, da diese dann auch inhaltlich besser verstanden wird.

Bei der Vorbereitung bin ich ob der vorhandenen Bilderflut bald verzweifelt. Habe dann aber festgestellt, dass das vom “Weltgebetstag” zur Verfügung gestellte Bild- und Textmaterial nah am Thema dran ist. Dieses habe ich dann mit einigen Bildern aus dem eigenen Fundus ergänzt.

Das Essen an diesem Abend war natürlich philippinisch, mehrere Frauen haben eingekauft bzw. gekocht.

Während des Essens haben wir dann noch private Videos von unseren Philippinenreisen laufen lassen. So gab es an diesem Abend einen guten Einblick in das Leben der Philippinos mit seinen schönen und auch traurigen Seiten.

Vielen Dank allen, die sich an der Vorbereitung und Durchführung dieses Abends beteiligt haben, beim einkaufen, kochen, einräumen, dekorieren, bei der Gottesdienstgestaltung und der Musik.

Tino Mehner

4. Frauenfrühstück am 01.04.2017 – Ein Rückblick

Der Tisch ist gedeckt…“, so hieß es wieder am 01.04.2017. 20 Frauen, die Appetit und Lust auf ein geselliges Miteinander hatten, trafen sich wieder in unserem Gemeindehaus zum Frauenfrühstück. Nun schon zum 4. Mal wurde aus den vielen mitgebrachten Kleinigkeiten ein bunter, üppiger Tisch gedeckt, an dem alle gerne Platz nahmen. Unser gemeinsames Singen wurde diesmal instrumental begleitet. Ein Dank an unser „Duo“, das uns mit Gitarre und Querflöte unterstützte. Nach einem Gebet ließen wir es uns schmecken und nutzten die Zeit zum Erzählen, Lachen oder Zuhören.

Im Anschluss wurde es still in unserer Runde, denn das Wort hatte nun Frau Christa Heinke, Pastorin in Zinnowitz. Wir hatten sie eingeladen, um Wissenswertes über die heiligen Frauen in der Geschichte und ihre Bedeutung für uns heute zu erfahren. Wer waren sie überhaupt und woran erkennt man sie noch heute, wenn man Bilder in einer Kirche betrachtet? Frau Heinke hatte Antworten auf unsere Fragen. Als Mitglied einer Runde von Frauen, die in Vorpommern die Kirchen besuchen, um Bilder von heiligen Frauen aufzuspüren, wusste sie viel zu erzählen. So erfuhren wir, das jede ein Symbol bei sich hält, an dem man sie in den Kirchenmalereien erkennen kann. Für diejenigen unter uns, die mehr wissen wollten, hatte sie Literaturtipps. Sowohl damals, als auch heute sind die heiligen Frauen für uns Menschen ein wichtiges Bindeglied zu Gott. Mit einem gemeinsamen Gebet endete unser Frauenfrühstück.

Schon jetzt gibt es einen Ausblick auf das nächste Mal. Wir treffen uns wieder am 11.11.2017 und zu uns sprechen wird diesmal Pröpstin Helga Ruch. Sie gibt uns Antworten zum Thema „Gibt es auch heute noch heilige Frauen und wer sind sie?“. Also, merken Sie sich den Termin vor, wir freuen uns schon!

Marion Krentz, Paula Kiefer, Michaela Hempel

Unter Geschwistern – Gemeindefreizeit in Weitenhagen

Ein schönes Haus mit großem Garten, sonniges Wetter, ein gedeckter Tisch, ein interessantes Thema, nette Menschen und zufriedene Kinder, was braucht es mehr zu einem Familienausflug.

Dankbar haben 24 Erwachsene und 20 Kinder dies alles an einem Frühlingswochenende im Mai erleben dürfen.

Das “Haus der Stille” in Weitenhagen ist vielen aus den vorherigen Jahren bekannt und vertraut. Die Kinder eroberten schnell das Außengelände und „besetzten“ ihr Hauptquartier auf dem Schuppendach. Wieder war es schön zu erleben, wie in dieser Kinderschar unterschiedlichen Alters jeder seinen Platz fand. Zufriedene und gut versorgte Kinder sind ja sozusagen eine Voraussetzung für ein entspanntes und zufriedenes Miteinander der Erwachsenen.

Inhaltlich setzten wir uns mit dem Thema „ Geschwister: Vorbilder, Rivalen, Vertraute“ auseinander. Vordergründig ging es dabei um die Ge-schwisterposition in der ei-genen Herkunftsfamilie. Wie sehr sie unser Leben prägt, konnten wir entdecken und uns in Gesprächsgruppen z.B unter Erstgeborenen aus-tauschen. Natürlich wurde immer wieder auch ein Blick auf die eigenen Kinder in ihren Geschwisterpositionen geworfen. In den Abendandachten wurde das Thema Geschwister in der großen Gemeinde-Familie aufgegriffen. Die Idee, am Sonntag nicht nur zum Gottesdienst zu gehen, sondern diesen zusätzlich als ein “Familientreffen” zu erleben, hat einigen unter uns gefallen.

Viel gelacht wurde am Nachmittag, als Kinder und Erwachsene gemeinsam Geschwister aus verschiedenen Märchen inszenierten und auf die Bühne brachten. Dass der Wolf im falschen Märchen sein Rotkäppchen nicht finden konnte und auch das Rumpelstilzchen nicht im richtigen Märchen war, eine kleine Krankenschwester den vom Knüppel aus dem Sack verprügelten Wirt versorgte und Hänsel und Gretel mit einer dritten Schwester von der Hexe wieder nach Hause geschickt wurden, weil sie sich so nervig benahmen, trug zur allgemeinen Belustigung bei.

Manch einer war im Vorfeld dieses Nachmittagsprogrammes skeptisch, manch einer fühlt sich nicht kreativ genug, manch einer steht nicht gern auf der Bühne oder meint, er wäre noch zu klein.

Wunderbar, was dann in Gemeinschaft für ein lustiges und vielfältiges Programm entstanden ist, bei dem das Mitmachen auf der Bühne ebenso Spaß machte wie das Zuschauen.

Zwischendurch beim Kaffee im Garten, bei einem Waldspaziergang oder abends am Kamin gab es viel Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei konnte Vertrautheit wachsen und Nähe entstehen.

Nach einem schönen Gottesdienst und zünftigem Sonntagsbraten fuhren alle zufrieden, vielleicht ein wenig müde, nach Hause und in den Alltag zurück.

Eine Familie bleiben wir trotzdem und treffen uns vielleicht am nächsten oder übernächsten Sonntag im Gottesdienst.

Paula Kiefer

Kleiner Bericht aus der Arbeit in Äthiopien. Musik, Kirchenmusik in Äthiopien? Geht das?

In den letzten Jahren habe ich einige Menschen getroffen, welche mir aus Addis Abeba und dem dortigen Seminar berich-teten. Auch war im letzten Herbst ein Gruppe Studenten in Deutschland unterwegs. Nach eingehender Beschäftigung und Kontaktaufnahme mit dem Berliner Missionswerk nebst der üblichen Bewerbung bekam ich eine „Entsendung als Dozent für europäische Chorleitung und Chorgesang an der Church Music School of Jazz im Mekane Yesus Seminar der Äthiopischen Evangelischen Kirche Mekane Yesus in Addis Abeba, Äthiopien“. Soweit der offizielle Teil.

Direkt nach der Kantorentagung im „Kolping-Ferienland Salem“ am Kummerower See, wo sich die Kollegen aus Mecklenburg und Pommern jedes Mal zum Konvent und zur Weiterbildung treffen, ging es los. Unser Thema in Salem diesmal: Jazz + Pop. Also eine optimale Vorbereitung.

In Berlin gab es dann einen Zwischenstopp, um unser Gepäck zu vervollständigen. Zusammen mit meiner Kollegin Annerose Lessing aus Grevesmühlen haben wir viele Wünsche des Seminars und von Freunden versucht zu erfüllen. Also von Babysachen, Schlagzeugteilen (Becken, Fellen), Verstärker bis hin zum ordentlichen E-Piano musste alles gut verstaut und eingepackt werden. Zusammen haben wir dann 103 kg Gepäck mit auf die Reise genommen.

11:40 Uhr startete der Flug mit Zwischenlandung in Istanbul, dann direkt weiter nach Addis Abeba; pünktlich um 00:50 Uhr kamen wir dort auch an. Danach gab es Einreise- und Zollformalitäten mal eben locker 2 Stunden, mit den ganzen Dingen für das Seminar gab es eben doch etwas zu verzollen. Also willkommen in Afrika, Geduld, handeln, Geduld, warten, geduldig sein...

Unser bestellter Taxifahrer hatte währenddessen geduldig gewartet und war nicht nach Hause gefahren. Nun nach dem nötigen Verteilen der Gelder ging es endlich unter Militärschutz weiter. In Äthiopien herrscht seit letztem Herbst Ausnahmezustand. Dann standen wir am Taxi, 5 riesige Gepäckstücke - darunter Piano und Verstärker - und 3 Erwachsene mit Taxifahrer, das Taxi: ein uralter Toyota Carina! In Afrika geht auch das – irgendwie ging alles mit und 03:20 Uhr kamen wir am Ziel an und wurden von der Gastfamilie, bei der wir wohnen sollten, herzlich und überschwenglich willkommen geheißen.

Natürlich ertönte da bereits das Morgengebet von der nahegelegenen orthodoxen Kirche und damit das ganze Stadtviertel was davon hat, ging der Gebetsruf über mindestens 4 große Lautsprecher in die Welt hinein.

Am sich anschließenden Tag ging es dann zum Seminar. Wir wohnten ca 1,5 km entfernt, also ein guter Fußmarsch. Seminarvorbereitung, also Unterrichtspläne, Ziele, Chorliteratur hatten wir im Vorfeld gut besprochen, jetzt ging es darum, die Räume und Menschen kennenzulernen.

Zuerst gab es eine Führung und Vorstellung des Geländes, der Räume und die Kontaktaufnahme zu den Dozenten und Studenten. Das Seminargelände ist riesig, insgesamt studieren 1000 Menschen dort, Theologie, Medien, Ökonomie und eben auch Musik. 700 Studenten leben ständig auf dem Campus. Musik studieren ca. 130 Menschen, davon 16 Frauen. Zum Chorgesang kamen alle Studierenden, deswegen haben wir in der Kirchen geprobt. Ein richtig großer Chor mit 40 (!) Tenören, 14 Studentinnen, der Rest Bässe. Ein großer und starker Klang.

In der Chorleiterklasse waren 21 Studierende, die innerhalb kurzer Zeit zum Examen vorbereitet werden sollten. Ein echt straffes Programm. Nach den organisatorischen Dingen ging es in die Stadt.

Die erste Begegnung mit der afrikanischen Megastadt Addis Abeba war sehr beeindruckend.

Mein Gastgeber musste zum Frisör und ich hab auf eigene Faust die Gegend ein wenig erkundet. In dem Gewimmel gibt es eine Art Verlauf-Garantie, kleine Wellblechhütten, feste Stampflehmhütten, wenige Steinhäuser, die Kanalisation ist offen neben der Straße und verschwindet dann irgendwann... wo auch immer... neben super-modernen Hochhäusern, die sind allerdings noch sehr selten. Beim Erkunden muss man sich schon genau orientieren, um zu wissen, wo es wieder heraus gehen wird. Nebenbei hat mir der dortige Chef von „Brot für die Welt“ die neuen Büroräume gezeigt. Sie sind jetzt in das Botschaftsviertel umgezogen. Auch die Diakonie-Katastrophenhilfe nebst den niederländischen Partnern sitzen jetzt im selben Gebäude.

So konnte ich auch in diese Arbeitsbereiche einen Einblick bekommen. Bei uns geistert ja gelegentlich mal Somalia, Sudan etc. durch die Medien. Dort bekommt man es direkt auf den „Teller“ das ist schon was anderes, wirklich.

Im Seminar haben wir dann von Montag bis Freitag die Vormittage unterrichtet. Auf 2500 Meter Höhe ist auch dieses nicht so einfach und man muss die Arbeit gut einteilen, um voll durchzuarbeiten. Insgesamt haben wir hochmotivierte Studenten erlebt und ein schönes Abschlußkonzert nebst guten Examen halten können.

Die Unterrichtssprache ist Englisch. Amharisch, die offizielle Landessprache, ist ziemlich schwer zu lernen.

Insgesamt ist Äthiopien ein wunderbares Land mit stolzen Menschen. 83 Völker gibt es mit jeweils eigener Sprache und ca. 200 Dialekten. Dass es viele Sprachen gibt, haben wir erlebt, als wir mit der gastgebenden Mutter zu ihrer Großmutter gefahren sind. Großmutter ist „Oromo“ so heißt ein Stamm - und die Enkelin ist „Amhari“ - ohne Dolmetscher können sie sich nicht unterhalten.

An einem Wochenende durften wir zu Gast im Norden des Landes sein. Dort haben wir bei der Familie einer Enkelin von Haile Selassia gewohnt. Vielleicht kennt der Eine oder Andere noch den letzten Kaiser in Äthiopien. In der Raggae-Szene ist er auch heute noch ein Begriff.

Äthiopien ist das einzige afrikanische Land, das niemals eine fremde Herrschaft erleben musste, das prägt und macht stolz. Ein wenig Mythos gehört auch zum Land, so kann man zum Beispiel die Bundeslade des Volkes Israel in Äthiopien finden und auch der erste Kaiser ist aus der Verbindung der Königin von Saba mit König Salomo hervorgegangen.

So hat Äthiopien noch heute eine andere Zeitrechnung. Der 11. September ist Neujahrstag, es gibt 13 Monate, und ein Konzert, welches 10:00 Uhr beginnt, ist nicht am Vormittag, sondern 16:00 Uhr nach unserer Zeit. Das war sehr wichtig zu beachten wegen des Unterrichtsbeginns und der Prüfungen. Plötzlich wird die Zeitrechnung der Bibel erlebbar und real.

Zum Thema Krisen in Ostafrika nur so viel: Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt und hat pro Tag 1000 (!) Flüchtlinge zusätzlich zu versorgen. Die Gesamtbevölkerung hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt.

Was es mehr an den sehr gefüllten Tagen zu erleben gab, kann gerne mal in einem entspannten Gemeindeabend das Thema sein.

Nach Äthiopien war ich dann noch einige Zeit in Kenia, dem Nachbarland. Dort war ich mit einem ehemaligen politischen Häftling der DDR unterwegs und Sängern eines Chores aus Nairobi. Wir haben in der Region Mombasa viel erlebt und gesungen. Dabei haben wir festgestellt, dass unser Gospelchor Lieder der Region Äthiopien – Kenia – Tansania gut kann. Also vielleicht ein Grund zum Eröffnungskonzert am 21. Juni zu kommen, da werden wir viel aus Afrika erleben.

Bleiben Sie gespannt und neugierig, Ihr/Euer Kantor Frank Thomas

Kleiner Bericht aus Schweden von der Konferenz der gemeinsamen Arbeitsgruppe vom 24. April bis zum 26. April 2017 in Kalmar

Das ist eine Arbeitsgruppe, die seit 2012 so etwas wie das Rückgrat der Partnerbeziehungen zwischen Pommern (der Nordkirche) und dem Stift Växjö ist. Diese Verbindung gibt es bereits seit den 1970er Jahren. Die Arbeitsgruppe wertet die Erfahrungen des zurückliegenden Jahres aus, setzt neue Impulse für die Beziehung, tauscht Informationen aus beiden Kirchen und Gesellschaften aus, bearbeitet immer auch ein Thema und besteht aus Vertretern der verschiedenen kirchlichen

Arbeitsbereiche. In diesem Jahr durfte ich nun als Vertreter der Kirchenmusik mitfahren. Ein sehr dichtes Programm wurde erstellt und auch auf die zum Teil schon guten Beziehungen zurückgegriffen.

Für mich war es das erste Mal, in dieser Arbeitsgruppe dabei zu sein. Außer mir waren noch Helga Ruch, Matthias Tuve, Christoph Lehnert, Judith Montag, Peter von Löper u.a. dabei. Insgesamt waren wir eine Gruppe von 13 Personen.

Wir haben neben guten und informativen Gesprächen Gottesdienste und Andachten erlebt, umgebaute Kirchenräume und Gemeinde-zentren gesehen und viele Einblicke auch in die pädagogischen Konzeptionen und Projekte zwischen Museum, Schule und Kirche erhalten.

In den meisten Gemeinden, auch in der „Neubauviertel-Gemeinde“ gibt es in der Regel 2 Gottesdienste pro Tag. Am Sonntag oft 3 Gottesdienste, zusätzlich beson-dere Andachten für bestimmte Gruppen oder in besonderer liturgischer Form. Der Hauptgottesdienst am Sonntag ist immer hochliturgisch. Auch bei dem von uns gehaltenen Abend-mahlsgottesdienst im Dom gab es – natürlich – die volle Liturgie nebst liturgischer Kleidung. Auch der Organist – also in dem Fall ich – bekam ein rotes Gewand mit weißem Chorhemd.

Zwischen der schwedischen und pommerschen Kirche gibt es viel Verbindendes und viele Gemein-samkeiten. Es ist spannend zu erleben, wie die schwedische Kirche sich den Herausforderungen einer sich immer weiter säkularisierenden Entwicklung stellt. Es gibt auch neue Impulse zur Betrachtung der eigenen Konzepte hier in Pommern. Auf alle Fälle macht es Lust auf gegenseitige Begegnungen, wie sie zum Beispiel auf der Insel in Gingst schon aktiv und konstruktiv gelebt werden.

Auch gab es einen spannenden Totalumbau einer mittelalterlichen Rundkirche zu erleben. Ähnlich der Kirchen auf Bornholm gibt es diese in der Region Kalmar auch. Hier hat man den Kirchenboden bis auf die Fundamente der inneren Grundpfeiler abgesenkt. Durch diese Absenkung von etwa einem Meter ist nun die Kirche absolut barrierefrei. Es gibt neben einem wunderbaren Kirchenraum eine großzügige sanitäre Anlage und eine Küche. Der einzige Mensch, der Stufen gehen muss, ist der Pastor. Auch gibt es in dieser Kirche modernste Medientechnik, welche mit Laptop, Smartphone oder Ähnlichem gesteuert werden kann. Das betrifft lichtstarke Beamer, eine Beleuchtungssteuerung von Punktbe-leuchtung bis schattenfreier Raumausleuchtung - auch in den verschiedensten Farben - und eine sinnvolle akustische Verstärkung, unabhängig vom Standort des jeweiligen Sprechenden und Zuhör-enden.

Dass in Schweden die Kirchen gut temperiert sind, ist wunderbar und gibt sofort ein „herzliches Willkommens-Gefühl“.

Es lohnt sich, mit einer schwedischen Gemeinde in Kontakt zu kommen. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit eines Jugendband-Treffens. In Kalmar hab ich eine richtig gute, motivierte und motivierende Band getroffen, vielleicht könnte sich zusammen mit unserer Band hier in der

Gemeinde etwas Spannendes entwickeln.

Auch hier gibt es noch ganz viel zu sagen und zu schreiben, doch ist das Ganze ein abendfüllendes Thema. Nur noch soviel: Im Sommer sind eine ganze Menge Schweden auf der Insel, nicht nur zum Urlaub, sondern auch als Gemeindebegegnung.

Herzlich Ihr/Euer Kantor Frank Thomas

Besuch auf Texel im Herbst

Nun schon 25 Jahre besteht die Partnerschaft zur Westfriesischen Wattenmeerinsel Texel. In diesem Jahr fährt eine Gruppe aus unserer Gemeinde im Herbst nach Texel. Wenn Sie auch gerne mitfahren wollen, melden Sie sich bitte bei Marion Krentz oder Tino Mehner. Der genaue Reisetermin ist vom 21.10. - 25.10.2017. Im September findet dazu ein Planungstreffen statt, der genaue Termin wird noch bekanntgegeben. Marion Krentz

Replikat des romanischen Abendmahlskelches fertiggestellt

Goldschmiedemeister Frank Neitmann hat im Auftrag der Stadt eine handwerkliche Kopie unseres romanischen Abendmahlskelches für das Stadtmuseum gefertigt.

Die Übergabe an die Stadt soll am 02. Juni erfolgen. Am 10. Juni 16 Uhr soll mit einer Feierstunde dieses Exponat gewürdigt werden.

Verkauf des Pfarrwitwenhauses

Das Gebäude Kirchplatz 1 wurde verkauft. Für das Grundstück wurde ein Erbpachtvertrag abgeschlossen.

Kriegsgräber auf dem Alten und Neuen Friedhof

Am 9. Mai wurden die von Friedhofsverwalterin Frau Hampel erstellten Listen über Opferzahlen und Opfergruppen auf den beiden Bergener Friedhöfen an die verantwortlichen Mitarbeiter von Stadt und Landkreis übergeben. Ein Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge war anwesend. Die Grablagen der Opfergruppen auf beiden Friedhöfen wurden besichtigt. Ein nächster Termin soll am 28. Juni sein. Es wurde festgestellt, das auf beiden Friedhöfen noch einiges zur Kenntlichmachung der Grablagen zu tun ist. Verantwortlich dafür ist die Innere Verwaltung des Landes. Mehr dazu im nächsten Gemeindebrief von Frau Hampel.

Nordstream 2 – Ausgleichsmaßnahme Ossen

Gegen die Ausgleichsmaßnahme Ossen, welche Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens zur Gasleitungstrasse Nordstream 2 ist, wurde Einspruch im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens erhoben. Betroffen ist ein verpachtetes Flurstück der Kirchengemeinde bei Buschvitz.

500 Jahre Reformation. Was wollte Martin Luther? Was hat er bewirkt?"

Vortrag von Bischof Dr. Abromeit am 10.7. 19.30 Uhr im Gemeindehaus

Martin Luther veränderte von Mitteldeutschland aus die Welt. Als er am 31.10.1517 die 95 Thesen zur Erneuerung des christ-lichen Glaubens an die Türen der Wittenberger Schloss-kirche schlug, hatte das Folgen nicht nur für die Kirche, sondern weit in den Alltag der Menschen hinein. Auch in Pommern hat der berühmteste der Reforma-toren tiefe Spuren hinter-lassen: Die Lutherbibel schuf eine gemeinsame deutsche Sprache, Luther setzte sich für einen verpflichtenden Schulbesuch von Jungen und Mädchen ein, die Armenfür-sorge wurde neu organisiert. Die Anstöße von vor 500 Jahren gehören zu den Wurzeln unserer Kultur, die uns noch heute tragen.

Der Vortrag wird etwa 45 Minuten dauern. Im Anschluss daran steht Bischof Abromeit für Rückfragen und Begegnungen zur Verfügung.

Aus dem vorigem Gemeindebrief
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