Aus dem Gemeindebrief März / April / Mai 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

die Probleme dieser Welt sind im letzten Jahr näher zu uns gerückt. Selbst auf Rügen. Das Thema Flüchtlinge hat Gesichter bekommen.

Ich sage es ganz ehrlich: ich teile manche Ängste und Sorgen, die die Menschen überkommen, angesichts der Menschenmassen, die in unserem reichen und sicheren Land Asyl suchen.

Ich weiß, dass es keine einfache Lösung gibt. Auch als Christen haben wir keine einfachen Antworten. Aber wir haben unsere „Vorurteile“ - im positiven Sinne.

Wir haben eine klare Einstellung, die wir mitbringen und einbringen sollen, ganz unabhängig davon, ob und wie der Einwanderung politisch Grenzen gesetzt werden müssen. Ich möchte heute an die „Vorurteile“ der Bibel in dieser Frage erinnern:

Die Bibel erzählt die Geschichte des Gottesvolkes von Anfang an als eine Geschichte von Nomaden, Emigranten, vom wandernden Volk.

Sie ist kein Buch der Etablierten und Angekommenen, sondern der Vertriebenen, der Ruhelosen, auf der Suche nach Heimat.

Israels erste Glaubenshelden sind Ausländer: Abraham und Isaak in Kanaan, Jakob in Mesopotamien, Josef und seine Brüder in Ägypten, Mose in Ägypten und in Midian.

Die Grundlagen für den Glauben des Gottesvolkes werden außerhalb des Heiligen Landes gelegt. Die Heilsgeschichte ereignet sich in der Fremde: der Auszug aus Ägypten, der Bund mit Gott im „Niemandsland“ der Wüste, die kostbare Gabe der Gebote, das Zelt der Begegnung. All das erleben Staatenlose, Flüchtlinge. Nicht im Heiligen Land, sondern im Ausland.

Und nach der Katastrophe von Tempelzerstörung und Exil ist es der Schriftgelehrte Esra, der die heilige Schrift, die Tora, wieder in Kraft setzt - ein Jude mit Migrationshintergrund mit einem persischen Pass in der Tasche. Das Alte Testament stammt zu einem großen Teil von Menschen, die wissen, wie es sich anfühlt, fremd zu sein.

Schon Abraham und Jakob wissen um ihren Status im Heiligen Land: sie sind nur „Mitbewohner“ (Gen 23,4; 47,9) - damals ein rechtlicher Ausdruck für Ausländer mit Aufenthaltstitel. Das gleiche Wort wird dann auch in Ps 119,19 verwendet, wenn es heißt „Ich bin ein Gast auf Erden.“ Aber hier geht es schon um viel mehr als um einen rechtlichen Status. Es geht um das Menschsein insgesamt: Ob im Heimatland oder im Ausland - Menschen sind überall nur auf der Durchreise.

Und dann klingt noch etwas mit in diesem Psalm - die Bitte um Schutz: Der Psalmbeter ruft Gott zu: „Ich bin wie ein Ausländer hier auf Erden, und deshalb stehe ich doch unter deinem besonderen Schutz, Gott. Du hast doch geboten: ‚Ihr sollt den Fremden, der bei euch im Lande wohnt, nicht bedrücken!' (Lev 19,33). Und du hast dich selbst vorgestellt als ‚einer, der den Fremdling liebt' (Dtn 10,18). Also kann auch ich, als ‚Gast auf Erden', mit deiner Fürsorge rechnen.“

Ungewöhnliche Gedanken? Das Neue Testament macht dort weiter, wo das Alte aufgehört hat: Im 1.Petrus- und im Jakobusbrief werden die Adressaten als „Fremde“ angeredet, wörtlich wieder „Mitbewohner“, also geduldete Ausländer. Christsein heißt für die ersten Christen: Leben in der Fremde. Es ist eine „Zeit der Fremdlingschaft“ (1Petr 1,17). Denn Christen wissen, dass ihre eigentliche Heimat bei Gott ist: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebr 13,14).

So nahe stehen wir also bei Menschen, die auf der Suche nach Asyl und Heimat sind. Ihr Thema ist unser Thema. Wer, wenn nicht wir, könnte sie in ihrer Not verstehen, abholen und trösten?

Ihr Pastor Jörn Kiefer

Fastenaktion

Es ist gerade Fastenzeit. In diesem Jahr hat die evangelische Kirche dazu das Thema: „Großes Herz! Sieben Wochen ohne Enge“ vorgeschlagen.

Fasten muss nicht nur bedeuten, auf etwas Gewohntes zu verzichten. Keinen Alkohol, keine Schokolade…

Es kann genauso bedeuten, jetzt mal etwas Ungewohntes zu tun, etwas mit großem Herzen tun. Seien Sie doch mal in diesen Wochen besonders großherzig: Spenden Sie Geld für gute Dinge, seien Sie besonders nett zu Fremden oder verzeihen Sie großzügig anderen die Fehler. Es gibt viele Möglichkeiten, sein großes Herz zu zeigen.

Wir als Bergener Kirchengemeinde möchten diese Fastenaktion nutzen für etwas Ungewohntes:

Sieben Wochen mit großem Herzen ohne Angst vor Enge. Dazu möchten wir uns gegenseitig besuchen, um einander besser kennen zu lernen.

Möchten Sie nicht auch gern mal irgendwo eingeladen werden? Aber keiner tut das? Oder möchten Sie auch gern mal Leute einladen, wissen aber nicht wen? Jetzt ist die Gelegenheit da!

Öffnen Sie Ihr Haus/Wohnung und Herz und laden Sie ein. Platz ist in der kleinsten Hütte. Wählen Sie selbst einen bestimmten Tag und Zeit aus. Und lassen Sie sich überraschen, wer vorbeikommt. Vielleicht nur für ein halbes Stündchen. Oder auch für 2 Stunden, weil sich ein gutes Gespräch ergibt und man beschließt, sich öfter zu besuchen. Vielleicht kommen auch 20 Leute und sie rücken immer näher zusammen und es geht lebhaft zu.

Aber Sie können genauso die Gelegenheit nutzen und andere besuchen, Leute, die Sie noch nicht gut kennen. Nehmen Sie doch einfach die Einladung der anderen an. Mit offenen Herzen andere besuchen. Es geht nicht darum, die Einrichtung zu vergleichen oder ein Essen vorzubereiten. Es geht um das Miteinander, das Kennenlernen und Zusammenwachsen.

Jeden Sonntagvormittag zum Gottesdienst liegt eine Liste im Gemeindehaus aus. Dort kann man sich eintragen, um andere einzuladen. Oder man kann dort nachsehen, wen man in seiner freien Zeit besuchen könnte.

Einladung zum 2. Frauenfrühstück

Erinnern Sie sich? Im vergangenen Jahr haben wir erstmalig zum Frauenfrühstück in unserer Gemeinde eingeladen. Wir haben an einem überreichlich gedeckten Frühstückstisch zusammengesessen, hatten in Frau Renate Holznagel einen interessanten Gast und verbrachten Zeit miteinander.

Es war für uns alle eine neue und schöne Erfahrung, einfach zu reden, zu lachen, gemeinsam zu singen und zu beten und natürlich von all den Leckereien, die jeder mitbrachte, zu kosten.

Am Sonnabend, dem 21.05.2016, möchten wir uns um 9:00 erneut treffen. Damit auch unsere Muttis dabei sein können, wird es eine Kinderbetreuung geben. Während die Kleinen gut versorgt sind, folgen wir unserem Küster, Hrn. Norbert Rösler, in die Kirche. Er hat sich bereit erklärt, uns Frauen durch die Kirche zu führen und wir können uns jetzt schon auf viele interessante Geschichten freuen. Eine besondere Rolle wird dabei natürlich das Thema " Frauen und Glaube" spielen.

Auch diesmal bitten wir Sie um kleine "Mitbringsel", die unseren Frühstückstisch bereichern werden. Bitte melden Sie sich im Gemeindebüro an, damit der "Brötchendienst" planen kann.

Marion Krentz, Paula Kiefer, Michaela Hempel

Gemeindegebet

Letztes Jahr starteten wir mit dem Gemeindegebet. Ich würde dazu sagen: man lernt aus Erfahrungen. Aus meiner eigenen Glaubensgeschichte heraus ist freies Gebet in einer Gruppe selbstverständlich. Das ist natürlich längst nicht für jeden so. Und dennoch wünsche ich mir mit dem Gemeindegebet einen Ort, an dem wir in unserer Verschiedenheit gemeinsam für unsere Gemeinde beten können.

Mich interessiert nun, wie Ihre Erfahrung mit Gebet aussieht. Wie beten Sie? Wo haben Sie Gebet in Gruppen positiv erlebt? Wo und wie merken Sie, dass Gott Ihnen zuhört? Wo war beten für Sie Pflicht? Sind Ihnen schriftliche Gebete eine Hilfe, oder engen sie Sie ein? …

Falls ich Sie also in den nächsten Wochen einmal auf dieses Thema anspreche, freue ich mich auf Ihre Rückmeldungen.

Cornelius Bach

Die nächsten Termine für das Gemeindegebet sind: 9. März / 13. April / 18. Mai jeweils um 19:30 im Gemeindehaus.

Weltgebetstag 2016 aus Kuba: Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf

Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf: So lautet der offizielle Titel des Weltgebetstages 2016. Christliche Frauen aus Kuba haben die Gottesdienstordnung für die internationale und ökumenische Gebetsbewegung verfasst.

Kuba: Eine Insel fasziniert und polarisiert

Kuba fasziniert und polarisiert die Menschen auf der ganzen Welt. Diskussionen über die bevölkerungsreichste Karibikinsel sind selten frei von verzerrenden Klischees und ideologischen Wunsch- oder Feindbildern.

Kubanerinnen kommen zu Wort

In der Gottesdienstordnung zum Weltgebetstag 2016 kommen kubanische Frauen selbst zu Wort: sie erzählen uns von ihrem Heimatland, ihren Sorgen und Hoffnungen. Am Freitag, dem 4. März 2016, werden Menschen rund um den Globus diese Gottesdienste feiern.

Mit ihrem zentralen Lesungstext des Kinderevangeliums (Mk 10, 13-16) nehmen die Kubanerinnen vor allem das Zusammenleben der unterschiedlichen Generationen in den Blick.

Gemeinsam in die Zukunft: Titelbild zum Weltgebetstag aus Kuba

Illustriert wird der Weltgebetstag 2016 durch das Werk der jungen kubanischen Künstlerin Ruth Mariet Trueba Castro. Die Malerin hat an der Akademie der Schönen Künste in Havanna sowie dem dortigen „Instituto Superior de Arte“ studiert. Ausstellungen mit ihren Werken waren bereits auf Kuba, in den USA, in Georgien und Russland zu sehen. Neben der Malerei und der darstellenden Kunst ist Ruth Mariet Trueba Castro auch literarisch tätig. Sie veröffentlicht Gedichte und Kurzgeschichten.

Ihr Bild „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“ wurde von den kubanischen Weltgebetstagsfrauen durch einen Wettbewerb als Titelbild für „ihren“ Weltgebetstag ausgewählt. Es greift Motive aus dem Alltag der Menschen in Kuba auf. Darunter ist ein Pferde- oder Eselskarren, der auf Kuba Menschen und Güter transportiert. Ihr Bild ist auch reich an symbolischen Elementen. Darunter sind die Königspalme, die der kubanische Nationalbaum ist, und die kubanische Flagge.

Im Bild der Künstlerin lädt uns die symbolische Fenster- oder Türöffnung ein in deren Heimatland. Für die Menschen in Kuba wiederum eröffnen sich neue Perspektiven.

Im Bildvordergrund sehen wir Hände und Bewegung der Menschen. Sie bringen nicht nur das Miteinander der Generationen zum Ausdruck, sondern auch die Vielfalt innerhalb der kubanischen Bevölkerung, die selbstverständlich in die Familien hineinreicht. Und mit Bezug zum Kinderevangelium, dem Lesungstext im Gottesdienst, könnte hier vielleicht eine Mutter ihr Kind oder ein Kind seine Mutter zu Jesus führen.

Text: © Weltgebetstag der Frauen Deutsches Komitee e.V.

    1. Freitag Weltgebetstag: 18 Uhr (im Gemeindehaus!), Beginn mit einer Andacht, anschließend Informationen über Kuba und gemeinsames Abendessen mit kubanischen Köstlichkeiten

Am 20. Januar war zur Gemeindeversammlung eingeladen. Diese stand unter dem Thema “Begabungen gesucht”. Im Vorfeld hatten die KGR-Mitglieder und der Küster “Stellenangebote” verfasst und auf Stellwänden im Gemeindehaus angepinnt.

Gemeindeversammlung

Die Gemeindeversammlung begann mit gemeinsamem Gesang. Dann moderierte Pastor Kiefer. Die Anwesenden reflektierten spielerisch die Gemeindesituation. In einem Wortbeitrag ging Pastor Kieferauf die Gemeinde ein, den Leib Christi. Und stellte die Fragen ”Bringen wir den Menschen in Bergen Gott nahe?”, “Sehen wir unsere Berufung darin, den Menschen in Wort und Tat das Evangelium zu bringen?”.

Nun gab es Zeit, sich die Aushänge an den Stellwänden anzuschauen.

Danach waren alle aufgerufen, Ideen und Vorschläge zu machen oder Defizite zu benennen.

Es gab unter anderem helfende Kritik zur “Wagenburgmentalität” der Kerngemeinde und eine gute Idee zur Fastenaktion.

Wir hätten uns eine größere Teilnahme der Gemeinde an diesem Abend gewünscht. Die “Stellenangebote” hängen noch im Gemeindehaus.

Tino Mehner

Kollekte vom Heiligen Abend

Die Kollekten der Gottesdienste am Heiligen Abend ergaben eine Summe von 2.612,26 €. Allen Gebern sei im Namen der Aktion “Brot für die Welt” recht herzlich gedankt.

Siegel der Kirchengemeinde

So wird das Siegel der Kirchengemeinde aussehen. Es wird nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der Nordkirche in Gebrauch genommen. (A. d. R.: Das Siegel wurde im Amtsblatt vom 01.03.2016 veröffentlicht.)

Kirchenreinigung

Unser Küster Herr Rösler bittet um Mithilfe beim Kirchenputz. Wer helfen kann, ist am 07.05. (nur nach Absprache) bzw. am 09./10.05. von 10-18 Uhr will-kommen.

Kirchenaufsicht

Auch in diesem Jahr suchen wir wieder Helfer für die Kirchenaufsicht von Mai bis Oktober. Wer hier helfen kann, meldet sich bitte bei unserem Küster Herrn Rösler.

Gemeindekirchgeld

Auch in diesem Frühjahr erhalten alle Gemeindeglieder ab 18 Jahre einen Gemeindekirchgeldbrief. Wer die Kirchengemeinde bereits jetzt unterstützen kann und möchte, darf seinen Beitrag gern im Kirchenbüro einzahlen. Ein Dankeschön - jetzt schon - an diejenigen, welche ihren Beitrag bereits eingezahlt haben.

Mit Ihrem Gemeindekirchgeld unterstützen Sie die Verkündigung des Wortes Gottes in unserer Stadt.

Unsere Konfirmanden 2016: Hannes Coordt, Hanna Dobelstein, Tina Hardt, Thore Harloff, Anton Jaich,

Johann Meck, Friedrich Neitmann, Marie Ratzke, Robert Trenkmann,Sören Wätzold und Livia von Wersebe werden am Pfingstsonntag, nach bestandener Prüfung, konfirmiert.

Kirchengemeinderatswahl 2016

Die Kirchengemeinderats-Wahl in unserer Kirchengemeinde findet am 13. November in der Zeit von 09:30 Uhr bis 12:30 Uhr im Turmraum der Kirche statt. Neu ist, dass Gemeindeglieder, welche am 13.11. das 14. Lebensjahr vollendet haben, wählen dürfen. Es sind sieben Älteste zu wählen.

Bis zum 8. Sonntag vor der Wahl (18.September) können Wahlberechtigte Gemeindeglieder Wahlvorschläge schriftlich einreichen. Zweckmäßigerweise auf einem von der Nordkirche vorgefertigten Formular, welches im Gemeindebüro/Gemeinde-haus/Kirche ausliegt oder im Internet erhältlich ist.

Wer ist wählbar?

Wählbar ist jedes Gemeindeglied, das

bereit ist, an der Erfüllung der Aufgaben des Kirchengemeinderats gewissenhaft mitzuwirken

bereit ist, am kirchlichen Gemeindeleben, insbesondere am Gottesdienst, teilzunehmen,

zu Beginn des Wahlzeitraums (13.11.) das 18. Lebensjahr vollendet hat,

bereit ist, das Gelöbnis abzulegen,

insbesondere bereit ist, Wesen und Auftrag der Kirche zu vertreten,

wie sie in Artikel 1 der Verfassung niedergelegt sind.“

Somit ist bei dieser Wahl auch neu, dass es keine Altersobergrenze für die Kandidaten gibt.

Tino Mehner

nebenan: Gemeinsam auf Entdeckertour

Am 11. Januar war es Zeit für die nächste Entdeckertour bei nebenan. Unser Glaubenskurs ging in die nächste Runde. Er ist so eine Art offener Hauskreis für Rotenseer, die sich mit dem Glauben auseinander setzen wollen.

Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig. Inzwischen gibt es einen festen Stamm, der von Anfang an dabei war. Aber wir freuen uns auch, dass unsere Gruppe Zuwachs bekommen hat.

Gemeinsam werden wir in den nächsten Wochen über den Emmaus-Kurs „GottGegeben“ diskutieren. Der Kurs mit dem Untertitel „Jesus kennenlernen und mich selbst verstehen“ widmet sich den Fragen: Wer ist Jesus für uns und was macht uns als Menschen aus? Nun sind wir gespannt auf die bevorstehenden Treffen, freuen uns auf anregende Diskussionen, neue Entdeckungen und hoffen, gemeinsam Jesus, näher kennen zu lernen. Gerne dürfen Sie mit für uns beten.

Lydia Böttger

Aus dem vorigem Gemeindebrief
St. Marienkirche Bergen
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