Aus dem Gemeindebrief Dezember 2011/Januar/Februar 2012

Liebe Leserinnen und Leser,
Advent ist Wartezeit. Warten auf Weihnachten. Auf die Ankunft des Retters in der Welt. Warten auf Geschenke bei den Kindern, auf ein paar Urlaubstage in Familie bei uns Erwachsenen. Manchmal ist Warten aufregend, ist Vorfreude die schönste Freude. Aber manchmal ist es auch ein Zögern zur falschen Zeit. Davon handelt ein Text des Liedermachers Gerhard Schöne:
Eigentlich könnte unser Leben ein Fest sein
Die Nacht schmückt sich mit Sternenhimmel und Milchstraßen. Liebesbriefe blühen an allen Bäumen, glitzern im Wasser und behauchen die Fenster mit Eisblumen. Nach Liebe schreien alle Geschöpfe. Schwalben und Präriewölfe; Fledermäuse und Unken. Die Lüfte sind vom Tanz erfüllt, die Meere von Gesang.

Eigentlich könnte unser Leben ein Fest sein. Unsere Sehnsucht nach Umarmungen und Küssen, nach Weinen und Lachen sollten wir nicht länger verstecken. Eigentlich sollten wir keine Angst mehr haben, missverstanden zu werden mit unserer Neigung einander Gutes tun zu wollen, etwas Zärtliches zu sagen.
Eigentlich könnte unser Leben ein Fest sein. Unsere Post an die Behörden könnten wir auf rosa Briefpapier schreiben, mit Gedichten garnieren und eine bunte Feder beilegen. Die würde sich die Sekretärin keck ins Haar stecken.
Eigentlich gefallen uns unsere Rollen als Konkurrenten gar nicht, und wir leiden unter unseren Hierarchien.
Eigentlich möchten wir wie Freunde, wie Geschwister miteinander umgehen. Das „DU“ liegt uns auf der Zunge, aber noch löst sich die Zunge nicht. Die Arme sollen sich entgegenstrecken, noch hängen sie wie unter Gewichten.
Verwunschen und versteinert folgen wir Mächten, die uns hindern, dass unser Leben ein Fest sei.
Unsere Herzen, schon im Brautkleid, warten auf das Zeichen. Auf die Erlösung. Was hindert uns daran?
Adventszeit ist Wartezeit. Warten auf Weihnachten. Warten, dass Gott Rettung schickt. Aber auf manches müssen wir nicht mehr warten. Es ist längst angekommen. Und es ist umgekehrt: Gott wartet. Nämlich darauf, dass wir leben, was wir längst glauben.
In diesem Sinne eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht
Ihr Pastor Jörn Kiefer

Lust auf den Alpha-Kurs 2012?
Wozu sind wir auf der Welt? Hat Gott einen Plan für mein Leben? Was ist so besonders an diesem Jesus? Beten, wie macht man das denn? Wo finde ich die Kraft, mich selbst zu verändern?
Alle diese Fragen kommen in einem Glaubenskurs zur Sprache, der schon in den verschiedensten Gegenden und Konfessionen durchgeführt wurde. Im Frühjahr 2011 auch in unserer Kirchengemeinde, mit 30 Teilnehmern, an neun Abenden.
An den Reaktionen nach unserem ersten Kurs hier in Bergen lässt sich ablesen, dass „Alpha“ wirklich eine gute Möglichkeit ist, dem auf die Spur zu kommen, was Christen glauben und wie sie leben.
Stimmen zum Alpha-Kurs 2011 in Bergen auf Rügen:
„Der Kurs hat mir geholfen, zu mir selbst zu finden. Die Gesprächsrunden sind ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden.“
„Mir ist wieder mehr bewusst geworden, nicht allein zu sein, Dinge abzugeben.“
„Ich kann mich selbst besser annehmen, besonders meine Schwächen, denn Gott liebt mich so, wie ich bin. Es tat gut, das so noch mal zu hören.“
„War auf der Suche, hab viel dazugelernt. Viele grundlegende Zweifel sind geblieben. Es war dennoch sehr schön, dabei gewesen zu sein.“
„Dieser Kurs hat mir die Augen geöffnet und mir zu verstehen gegeben, dass ich nie allein war, auch wenn ich mich so gefühlt habe. Ich habe gelernt, Gott zu trauen. Und dadurch hat mein Leben einen entscheidend wichtigen Punkt erreicht.“
„Ich habe Impulse für meinen Alltag mit Gott bekommen und beim gemeinsamen Essen leckere Rezepte kennengelernt.“
„Gott ist nicht mehr das fremde Überwesen, sondern ist vertrauter geworden, jemand, der mir nahe ist.“
„Hier gibt es Menschen, auf die ich zählen kann.“
„Ich bin Gott wieder näher gekommen. Ich bete mehr.“
Der Kurs dreht sich eben nicht um starre Dogmen und setzt keinerlei Vorkenntnisse voraus. In entspannter Atmosphäre kann man zuhören, mitreden und Neues entdecken. Jeder Abend beginnt mit einem Essen, dem ein Referat folgt, das jeden Abend ein anderes grundlegendes Thema des Glaubens aufgreift. Gesprächsgruppen bieten schließlich jedem die Möglichkeit, mit den eigenen Fragen und Gedanken zu Wort zu kommen und sich seinen eigenen Reim auf das Gehörte zu machen.
Neugierig geworden? Hier die Daten für unseren nächsten Alpha-Kurs: 18. Januar bis 28. März 2012, jeweils mittwochs 19.30 - 21 Uhr (außer in den Ferien).

Wenn Sie Freunde oder Bekannte haben, die interessiert sind, dann geben Sie doch einfach ein Faltblatt mit den Informationen weiter. Der Alpha-Kurs ist für alle Menschen offen, egal, ob sie einer Kirche angehören, auf der Suche oder Atheist sind. Die Teilnahme ist kostenlos, aber um eine Anmeldung wird gebeten. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Pastor Jörn Kiefer, Tel. 03838-23100, E-Mail: bergen1@kirchenkreis-stralsund.de oder im Gemeindebüro. Auch Nachschub an Faltblättern können Sie dort bekommen.
Ihr Jörn Kiefer

Weihnachtskonzert der Kantorei an St. Marien
Am Sonntag, dem 11.12. um 17 Uhr in der Kirche. In diesem Jahr hören wir verschiedene bekannte und unbekannte Weihnachts- und Adventsmotetten. Das Besondere: in diesem Jahr können auch die Zuhörer mitmachen. Das Konzert findet in Form einer Liedmotette statt. Neben der Kantorei werden Solisten und Instrumentalisten zu hören sein. Zur Aufführung kommen Werke von J. S. Bach (Arien und Choräle aus dem Weihnachtsoratorium), Händel, Telemann, Reger und andere. Eintritt 5,00 €, Kinder frei

Gemeinde-Rüstzeit in Weitenhagen
Wie schon im letzten Gemeindebrief angekündigt, soll es im März 2012 auch für Menschen ohne kleine Kinder endlich mal wieder eine Möglichkeit zu einer Wochenend-Freizeit (oder „Rüstzeit“, wie wir das zu DDR-Zeiten genannt haben) geben, und zwar in Weitenhagen bei Greifswald. Damit das dortige Haus der Stille planen kann, brauchen wir schon bis Ende Dezember eine Übersicht, wie viele Leute mitkommen. Bitte melden Sie sich also möglichst bald an. Ein Faltblatt mit allen Informationen und dem Anmeldeformular können Sie bei mir oder im Gemeindebüro bekommen.
Die wichtigsten Dinge hier schon einmal in Kurzform:
Wer? Alle, die Lust auf Gemeinschaft und ein spannendes Thema haben. Die Leitung hat Pastor Kiefer.
Wann? Am 2.3.2012 mit dem Abendbrot geht's los, am 4.3. nach dem Mittag ist Schluss.
Wo? Friedrich-Wilhelm-Krummacher-Haus, Hauptstr. 94, 17498 Weitenhagen bei Greifswald (03834-80330). Ein schönes, modernes Haus in idyllischer Umgebung, mit Seminarräumen und Vollverpflegung.
Thema: „Opfer, Kriege, fremde Völker – Wozu brauchen wir das Alte Testament?“
Preis: 80 € Erwachsene, 30 € für Kinder ab 2 Jahren. Arbeitslose, Studenten und Familien, die sich das nicht leisten können, erhalten einen Preisnachlass. Aus finanziellen Gründen soll niemand zu Hause bleiben!!!
Anmeldung: Bis 1. Januar bei Pastor Kiefer oder im Gemeindebüro.
Anreise: Mit allen, die sich anmelden, sprechen wir bei Bedarf Mitfahrgelegenheiten ab.
JK

Rückblick Kinderkirchentag
Auf große Reise ging es beim Kinderkirchentag am 24. September.
Traditionell begann der Vormittag mit Liedern, zu denen man sich bewegen kann/darf. Das Puppenspiel von Opa und Enkel gehört auch zum Auftakt, wie so oft auch diesmal von Katrin Rehfeld und Antje Ullrich gestaltet. Zum Thema ging es dann auf große Fahrt mit Pfarrer Kiefers Reisebericht in Form einer Spielzeuggeschichte. Die Reisen des Apostel Paulus wurden spielerisch dargestellt (NT: Apostelgeschichte).
Auch über den Biss der Schlange auf der Insel Malta wurde berichtet. Die Schlange begegnete uns dann später noch einmal, bei der Spielrunde im Pfarrgarten. Zuvor führten die Kinder untereinander Interviews, wohin sie gern reisen würden, und was sie mitnehmen würden. Danach wurde gebastelt.
Im Pfarrgarten erwarteten die Kinder mehrere Stationen, an denen Wissen oder Geschick gefragt waren. Auch die Schlange begegnete so den Kindern wieder – beim Reptilien-Quiz.
Natürlich gab es zum Schluss noch eine kleine Belohnung für die Kinder, welche alle Stationen absolviert hatten. Zu allerletzt gab es noch einen kleinen Imbiss. Allen “Teamern” ein herzliches Dankeschön für den gelungenen Kinderkirchentag.
TM

Rückblick – Ökumenischer Kirchentag Vorpommern
Am 3. September 2011 wurde der Ökumenische Kirchentag Vorpommern unter dem Motto “Voll das Leben – Freude in Fülle” gefeiert. Etwa 2.000 Christen aus Vorpommern feierten zusammen mit Gästen aus den Partnerkirchen ihren Gott. Der Eröffnungsgottesdienst und der Abschlussgottesdienst auf dem Rubenowplatz waren die “Eckpunkte” dieses Kirchentages. Dazwischen gab es viele Angebote: geistlich/spirituelle, kirchenmusikalische, gesellschafts- und kirchenpolitische. Weiterhin gab es Angebote für Kinder und Jugendliche in St. Joseph bzw. St. Jacobi.
Bergen war mit dem Bläserkreis, “Teamern” und den “Feuerwehrleuten” von “nebenan” bei der Durchführung des Kirchentages vertreten. Die Feuerwehr wurde als Straßencafe genutzt, und das Gespräch gesucht.
Mein Kirchentag”: Eröffnungsgottesdienst feiern; Forum “Im Mangel die Fülle entdecken – Herausforderungen für ländliche Räume in Vorpommern” besuchen; Mittagessen aus der mobilen Küche des THW einnehmen; “Markt der Möglichkeiten” besuchen; Gespräch “Geschichten von Brot und Fisch. Promis mal anders.” erleben; Kirchencafe und Abschlussgottesdienst.
Dieser Tag war ein gelungenes Fest unseres Glaubens.
TM

Gemeinde auf großer Fahrt

Nachdem ich von vielen immer wieder mal nach einer Gemeindefahrt nach Israel gefragt wurde, tat sich vor einigen Wochen (mit einem günstigen Flugangebot) eine spontane Möglichkeit für den Oktober 2012 auf. Leider war die Bedenkzeit sehr knapp; das Angebot der Fluggesellschaft stand nur eine begrenzte Zeit. Aus diesem Grund konnte ich auch nicht auf eine Veröffentlichung im Gemeindebrief warten, sondern habe per Mundpropaganda und E-Mail möglichst viele informiert. Innerhalb von wenigen Tagen hatten sich 15 Erwachsene mit insgesamt 13 Kindern angemeldet.
Für Familien mit Kindern war es sicher besonders interessant, dass ich keine klassische Busrundreise mit strengem Programm geplant habe, sondern eine Exkursion im eher individuellen Rahmen. Mit gemieteten Kleinbussen und Übernachtungen in Jugendherbergen. Beweglichkeit und ein bisschen Abenteuerlust sind also Voraussetzung.
Wenn Sie diese Zeilen jetzt lesen und denken, da wäre ich aber auch gern dabei gewesen – bitte nicht enttäuscht sein. Sagen Sie es mir. Zum einen könnte ich Sie auf die Warteliste setzen – falls jemand abspringt. Zum anderen ist eine Wiederholung durchaus denkbar.
Auf jeden Fall werden wir bei einem Gemeindeabend von unserem Abenteuer berichten und so auch die Zuhausegebliebenen an unseren Erfahrungen teilhaben lassen.

Jörn Kiefer
Aus dem vorigem Gemeindebrief
St. Marienkirche Bergen
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